Wind- und Solarenergie sind bei der Stromversorgung unaufhaltsam auf dem Vormarsch. Die Netzparität ist erreicht. Der Kostenpreis erneuerbarer Energie entspricht mittlerweile dem von Energie aus fossilen Kraftstoffen. Nachhaltige Energiequellen werden in den kommenden Jahren fossile Kraftstoffe vom Markt verdrängen. Aber das Wachstum der nachhaltigen Energie stellt uns auch vor große Herausforderungen.

100 Jahre Windenergie

Seit Beginn des 20. Jahrhunderts erzeugen Menschen Strom mithilfe von Windenergie. Aufgrund der hohen Investitionskosten war die Stromerzeugung durch Windenergie in Gebieten, in denen noch keine Investitionen in die Stromversorgungsinfrastruktur erfolgt waren, nur in kleinem Maßstab rentabel.

Doch in den vergangenen zwanzig Jahren überschlugen sich die Entwicklungen. Neue Materialien und Verfahren sorgten dafür, dass vor kurzem der Punkt erreicht wurde, an dem der Kostenpreis der Windenergie genauso hoch ist wie der Kostenpreis von Energie, die mit fossilen Kraftstoffen erzeugt wird. Damit ist die so genannte Netzparität erreicht. Und ein Ende ist noch nicht in Sicht.

Das Ende der fossilen Kraftstoffe

Bloomberg meldet im Bericht New Energy Outlook, dass Wind- und Solarenergie in nur fünfzehn Jahren den Energiemarkt dominieren werden. Gas- und Kohlekraftwerke werden 2040 in großen Teilen der Welt lediglich noch in unterstützender Funktion eingesetzt. Damit befinden wir uns auf dem besten Weg, das Problem der Auswirkungen fossiler Kraftstoffe auf die Umwelt zu lösen.

Elektrifizierung in allen Bereichen

Tesla ist aktuell natürlich das bekannteste Beispiel für ein elektrisch betriebenes Auto. Aber auch andere Transportmittel werden immer häufiger mit Strom betrieben. Transporte werden in Zukunft mit strombetriebenen Autos, Booten, Motorrädern und Flugzeugen erfolgen. Auch die Industrie wird in naher Zukunft auf nachhaltigen Strom umsteigen. Die stromintensive Industrie in den Niederlanden kann ihre Treibhausgasemissionen bis 2050 nahezu auf null reduzieren, wie die Unternehmensberatung McKinsey in ihrem Bericht „Industry Transition – Mission (Im)possible“ erklärt. Allerdings sind Riesenfortschritte bei der Bereitstellung nachhaltiger Energie notwendig, um die Elektrifizierung von Transport und Industrie zu ermöglichen.

Speicherung von Energie

Die umfassende Elektrifizierung und das entsprechende Wachstum erneuerbarer Energie bringen auch Herausforderungen mit sich. Unter anderem hängt nachhaltige Energie von klimatischen Gegebenheiten ab, d.h. dass die Verfügbarkeit von Solar- und Windenergie Schwankungen unterliegt. Derzeit werden mit fossilen Kraftstoffen betriebene Kraftwerke noch zur Unterstützung eingesetzt, wenn das gemeinsame Energieangebot von Sonne und Wind nicht ausreicht. Diese Lösung funktioniert nicht mehr, wenn nachhaltige Energie den Großteil des Bedarfs abdeckt.

Dann muss Energie gespeichert werden. Durch die gespeicherte Energie können Spitzen im Energiebedarf ausgeglichen werden, und überschüssige Energie kann gespeichert werden, wenn die Nachfrage sinkt. Die Speicherung ist also notwendig, um die Verteilung nachhaltiger Energie gleichmäßig zu gestalten.

Es gibt mehrere Optionen, um Energie zu speichern: Akkus dürften das bekannteste Beispiel sein. Aber eine Speicherung ist unter anderem auch in Form von Wasserkraft, Druckluft, Wärmespeicherung, Wasser oder Ammoniak möglich. Jede Form hat ihre eigenen Vor- und Nachteile. Das Wachstum nachhaltiger Energie zwingt uns dazu, diese Vor- und Nachteile gut gegeneinander abzuwägen, um letztendlich Energie optimal speichern zu können.