Slip Joint Offshore Research-Konsortium (SJOR) testet innovative Verbindung erfolgreich offshore. Installation und Einsatzbereitschaft innerhalb einer Stunde.

Am 30. September wurde die DOT-Windturbine erfolgreich mit einer Slip-Joint-Verbindung auf dem vorhandenen Monopile installiert. Die Slip-Joint-Verbindung ist eine alternative Verbindungstechnik für die Montage von Offshore-Windturbinen auf den jeweiligen Fundamenten. Aussehen und Funktionsweise ähneln dem Ineinanderstapeln von zwei umgedrehten Pappbechern. Die Verbindung beruht auf Reibung. Das Eigengewicht sorgt für die Stabilität der Verbindung. Der Monopile mit Antifouling-Beschichtung wurde von dem Unternehmen Sif gefertigt und bereits im Mai dieses Jahres installiert. Die Installation der Turbine erfolgt durch Absenken in den vorbereiteten Monopile. Es werden weder Vergussmasse noch Bolzen benötigt. Der einfache Mechanismus ermöglicht erhebliche Kosteneinsparungen bei Material, Ausrüstung und Personal und verkürzt die benötigte Zeit für die Installation erheblich. Es handelt sich um den ersten Einsatz der Slip-Joint-Verbindung unter Offshore-Bedingungen.

Die DOT-Windturbine befindet sich im Eneco Princes Amalia Wind Park vor der Küste von IJmuiden, Niederlande. Die Windturbine wurde am Sif-Kai Rotterdam vom Tiefsee-Arbeitsschiff DCV Aegir des Unternehmens Heerema aufgenommen und als komplette Baugruppe zum Zielort transportiert. Die Installation gelang deutlich schneller als bei bisher üblichen Verfahren. Jan van der Tempel, Direktor von DOT BV: „Die gelungene Offshore-Installation ist ein entscheidender Meilenstein für den kommerziellen Einsatz der Slip-Joint-Verbindung. Obwohl die Verbindung sehr einfach ist, hat es 15 Jahre gedauert, bis sie offshore eingesetzt werden konnte.“ Die Windturbine wird ein Jahr lang zu Testzwecken offshore bleiben. Während dieses Jahres werden Daten zur Funktionsweise der Verbindung gesammelt. Diese werden anschließend von der TU Delft und von TNO verarbeitet und für Validierungstests im Labor verwendet.

Die Slip-Joint-Entwicklung zeigt deutlich die Herausforderungen bei der Umsetzung neuer Technologien im Offshore-Windenergiesektor. Um den Prozess zu beschleunigen, wurde 2016 das GROW-Konsortium gegründet. Hinter GROW stehen 20 führende niederländische Partner für Offshore-Windtechnologie, die ihre Kapazitäten bei Forschung und Entwicklung zusammengelegt haben. David de Jager, Managing Director von GROW ergänzt: „Dieser Schritt beim SJOR ist ein sehr wichtiger Moment für das GROW-Konsortium. Aufgrund der intensiven Kooperation und des Wissensaustauschs zwischen Industrie und Forschungsinstituten kann die niederländische Offshore-Windenergiebranche neue Technologien schneller einführen. Dies trägt dazu bei, eine führende Position in diesem Sektor zu sichern, sowohl in Europa als auch weltweit.“